Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 11 – Arbeitsteilung und Wirtschaftskennzahlen

Arbeitsteilung
Die Aufteilung in verschiedene Berufsgruppen und Einzelberufe (Spezialisierung).

Historische Arbeitsteilung
– Berufsbildung
– Jäger, Sammler, Bauer, … (Bildung der Grundberufe)
– Berufsspaltung
– Aufgabenteilung innerhalb der Grundberufe (Handwerker in Zimmermann, Schmied, Schmied in Hufschmied, Wagenschmied, Waffenschmied, …)

Volkswirtschaftliche Arbeitsteilung
Arbeitsteilung durch zunehmende Spezialisierung der Betriebe.
– Primär Sektor – Urerzeugung, Rohstoffgewinnung
– Sekundär Sektor – Weiterverarveitung und Veredelung
– Tertiär Sektor – Verteilung und Handel

Betriebswirtschaftliche- / Technische-Arbeitsteilung
Ist die Grundlage der Stellen- und Abteilungsbildung in Betrieben.
– Arbeitszerlegung – Zerlegung in Teilvorgänge (Manufaktur, Fließarbeit, Fließbandarbeit)
– Produktionsteilung – Produktionsvorgänge auf mehrere Betriebe aufteilen (Autositze, Karosserie, Elektrik und Montage)

Internationale Arbeitsteilung
Führt zum Anstieg des Volkswohlseins – durch den verstärkten Außenahndel – der betroffenen Länder. Bei dieser Spezialisierung werden in den betroffenen Ländern Kostenvorteile erzielt (komparativer Kostenvorteil). Die natürlichen Voraussetzungen einer Internationalen Arbeitsteilung: Die Volkswirtschaften der teilnehmenden Länder müssen ähnlich entwickelt sein (ebenso die politische Struktur).

Wirtschaftskennzahlen
– Erwerbswirtschaftliches Prinzip – Gewinnmaximierung
– Gemeinwirtschaftliches Prinzip – Kostendeckend / Kostensenkend
– Private Haushalte – Nutzenmaximierung

Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit hat keine Einheit. Als Bewertung dient grundsätzlich folgendes: Ist die Wirtschaftlichkeit größer als 1 = Erfolg, ist die Wirtschaftlichkeit kleiner als 1 = Verlust. Formel:
Wirtschaftlichkeit = (Leistung / Kosten) oder Wirtschaftlichkeit = (Ertrag / Aufwand)

Rentabilität
Wie verzinst sich das in einem Unternehmen eingesetzte Kapital?
Eigenkapitalrentabilität = ((Gewinn * 100% ) / Eigenkapital)
Gesamtkapitalrentabilität = (((Gewinn + Fremdkapitalzinsen) * 100%) / Eigenkapital + Fremdkapital)

Ursachen einer fallenden Rentabilität
– Kostensteigerungen (Rohstoffpreise, Löhne, Gehälter, …)
– Preisverfall (gleichbleibende Kosten, Deflation)

Ursachen einer steigenden Rentabilität
– Rationalität der Arbeitsorganisation
– Optimierter Ausnutzungsgrad (genutzte Kapazität / mögliche Kapazität)
– Optimiertes Betriebsklima

Produktivität
Ist die Aussage der mengenmäßigen Eträge bei vorgegebenen Einsatzgrößen.
Arbeitsproduktivität = ((Produktionsergebnis Mengeneinheit) / (Arbeitseinsatz Anzahl Mitarbeiter oder Zeit))
Kapitalproduktivität = ((Produktionsergebnis Mengeneinheit) / Kapitaleinsatz EURO)) = Stück pro Euro

Rendite
Rendite bezeichnet den Gesamterfolg einer Investition. Die Rendite im Finanzwesen bezeichnet den Ertrag in Prozent – Verzinsung einer Geldeinlage.
Rendite = ((Gewinn Etrag * 100%) / eingesetztes Kapital * Laufzeit))

Erfolgermittlung bei Staatlichen Institutionen
Staatliche Investitionen werden durch eine Kosten – Nutzen – Analyse bewertet. Sie nutzen nicht die allgemeinen Volkswirtschaftlichen Kennzahlen. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten sind hierbei negativer (entgangener) Nutzen. Die größte positive Differenz ist das lohnenste Projekt.
Zu maximierender Wert = (gesamtwirtschaftliche Nutzen / gesamtwirtschaftliche Kosten)

Merkmale und Unterscheidungen von Unternehmenszusammenschlüssen
Konzern: horizontaler, vertikaler, anorganischer Zusammenschluss von Unternehmen – rechtliche Selbstständigkeit, eine wirtschaftliche Leitung
Trust: Zusammenschluss von Unternehmen mit rechtlicher und wirtschaftlicher Selbstständigkeit in einer neuen Firma oder einer bestehenden Firma
Kartell: Horizontaler Zusammenschluss – Einkauf / Verkauf – bleibt in der Gesamtheit rechtlich selbstständig
Syndikat: Zusammenschlussnur von Einkauf oder Verkauf – beteiligte Unternehmen bleiben eigene Rechtspersönlichkeiten
Ansonsten: Interessensgemeinschaft, Konsortium, Arbeitsgemeinschaften, Holding, …

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 10 – Methoden der Marktforschung

Marktforschung
Der Großteil der Kosten der Marktforschung entstehen bei der Informationsbeschaffung (ca. 60% – 75%). Marktforschung lässt sich aufteilen in sekundäre Marktforschung (innerbetrieblich – desk research) und primäre Marktforschung (extern – field research).

Mögliche Quellen bei der Marktforschung
– amtliche Statistiken
– Ministerien, Behörden, Institutionen, …
– Banken, Versicherungen, …
– Datenbanken, …
– Messen, Fachtagungen
– …

Sekundäre Marktforschung
– 1. Klare Formulierung des Ziels
– 2. Quellenermittlung
– 3. Auswahl, Gewinnung und Analyse der gewonnen Informationen

Nicht das Angebot an Quellen ist bei der sekundären Marktforschung das Problem, die Auswahl der richtigen Quelle ist das Problem.

Primäre Marktforschung
Geht an den Ursprung – die Entstehungsquelle – heran. Als Quellen dienen Personen die direkt mit der Umsatzleistung zu tun haben (Erhebungszielgruppen).
Diese Quellen können sein:
– Die eigenen Mitarbeiter
– Potentielle Kunden
– Geschäftspartner
– Sonstige Interessenten
– Meinungsbildner
– …

Methoden der Primären Marktforschung
– Befragungen
– persönlich
– mündlich
– Fragebogen (schriftlich)
– Kombinationen
– Beobachtungen
– Verhaltensweisen von Personengruppen
– Verhaltensweisen von Einzelpersonen
– Test
– Labortest
– Studiotest
– Markttest
– Testmarkt
– Warentest

Wieviele Infoträger müssen an Erhebungen teilnehmen?
– Vollerhebung – alle Infoträger (Grundgesamtheit) werden befragt
– Stichprobenerhebung – Repräsentative Auswahl der Infoträger wird befragt

Eine Stichprobe ist dann repräsäentativ, wenn Sie die gleichen Merkmale und die gleiche Struktur wie die Grundgesamtheit aufweist.

Merkmale der Grundgesamtheit
– Alter
– Geschlecht
– Bildungsstand
– Einkommen
– Familienstand
– …

Zwei Möglichkeiten der Stichprobenauswahl
– Randomverfahren – zufällige Stichprobenauswahl
– Quotenverfahren – nichtzufallsgesteuerte Auswahl

SWOT-Methode
Strategisches Planungs-Instrument zum erreichen eines definierten Ziels: Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Die Nutzung interner Stärken, Wahrnehmung externer Chancen, Schwächen beseitigen und externe Risiken zu minimieren.

SMART-Methode
S wie spezifisch, M wie messbar, A wie ausführbar, R wie realistisch, T wie terminierbar. Die SMART-Methode dient im Projektmanagement und bei Zielvereinbarungen zur genauen Zieldefinition.

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 9 – Marketing, Marktforschung und Marktanalyse

Marketing (seit 1905 – 1920)
Verkaufen, Strategie, Werbung, Marktforschung, Verkaufsförderung, Anpassung, Public Relation, alle Aktivitäten eines Unternehmens konsequent auf die gegenwärtigen und künftigen Erfordernisse der Märkte ausgerichtet. Der Begriff Marketing ist eng mit dem Begriff Markt verbunden. Wo kein Markt vorhanden ist, muss ein Markt geschaffen werden.
– Produktorientierung ab 1950
– Verkaufsorientierung ab 1960
– Marktorientierung ab 1970
– Wettbewerbsorientierung ab 1980
– Umfeldorientierung ab 1990
– Dialogorientierung ab 2000
– Netzwerkorientierung ab 2010

Marktarten
– Verkäufermarkt – die Vorteile des Absatzes liegen beim Verkäufer
– Käufermarkt – das bestimmende Element am Markt ist der Kunde
– gesättigter Käufermarkt – Kunde ist das bestimmende Element am Markt

Einflussfaktoren auf das Kundenverhalten
– Soziokulturelle Faktoren (Kultur, soziale Klasse)
– soziale Faktoren (Gruppeneinflüsse)
– individuelle Faktoren (Motivation, Persönlichkeit, Kognition)
– Stimulus (Reizobjekt – Kaufentscheidung)

Marketinginstrumente
– Produktpolitik, Produktionsprogrammpolitik, Sortimentspolitik
– Kommunikationspolitik, Schwerpunkt: Werbung
– Distributionspolitik, Schwerpunkt: physische Verteilung
– Kontrahierung, Schwerpunkt: Preis- und Konditionspolitik

Den Einsatz verschiedene Marketinginstrumente in Kombination, nennt man Marketing-Mix!

Marktforschung
Aktivitäten zur Sammlung und Auswertung von Informationen für die Marketingentscheidungen eines Unternehmens. Marktforschung lässt sich unterteilen in:
– Marktanalyse
– Marktbeobachtung
– Marktprognose

Gegenstand der Marktforschung
– Bedarfsforschung
– Konkurrenzforschung
– Konjunkturforschung
– Absatzforschung

Methoden der Marktforschung
– sekundäre Marktforschung (desk research – innerbetriebliche Informationsquellen)
– primäre Marktforschung (field research – außerbetriebliche Informationsquellen)
– Befragung, Beobachtung, Test
– Vollerhebung, Stichprobenerhebung

Stichprobe
Eine Stichprobe ist dann repräsentativ, wenn sie die gleichen Merkmale und die gleiche Struktur wie die Grundgesamtheit aufweist (Alter, Geschlecht, Ausbildung, Einkommen, Familienstand, Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, …) (Randomverfahren / Quotenverfahren).

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 8 – Geldpolitik der Zentralbanken

Die Europäische Zentralbank (EZB) unterscheidet drei Geldmengen
M1 – Bargeld, Banknoten und Münzen, täglich fällige Einnahmen, Sichteinlagen, Buchgeld auf Girokonten
M2 – M1 + Termingelder, Spareinlagen
M3 – M2 + Reprogeschäfte, Fonds, Papiere, Schuldverschreibungen

Beim Wert des Geldes wird zwischen Binnenwert und Außenwert unterschieden. Der Binnenwert wird durch die Kaufkraft im Inland bewertet (Warenkorb). Der Außenwert durch die Kaufkraft und die Tauschverhältnisse ausländischer Währungen (Wechselkurse, Devisenkurse, Sortenkurse).

Quantitätsgleichung (Verkehrsgleichung)
G x U = P x H
G – Geldvolumen
U – Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge
G x U – nachfragewirksame Geldmenge
P – Preisniveau
H – Handelsvolumen

Das Preisniveau ist abhängig von 3 Größen: P = ((G x U) / H)

Das reziproke Verhältnis (Kehrwert) der Kaufkraft
K = (1 / P) = (H / (G x U))

Arten der Inflation
– offene Inflation
– verdeckte Inflation
– temporäre Inflation
– permanente Inflation
– importierte Inflation

_Inflation ist ein Prozess allgemeiner Preissteigerung (durch Überversorgung mit Geld in einer Volkswirtschaft). Deflation ist eine Geldwertsteigerung (durch einen absoluten Rückgang des Preisniveaus). _

Geldentstehung und Vernichtung
Das Recht Bargeld zu produzieren liegt gemäß Art. 105a EG–Vertrag in unterschiedlichen Händen. Banknoten werden durch die EZB produziert und Münzen durch die Länder der EURO–Zone. Buchgeld kann vom Zentralbanksystem und von Geschäftsbanken geschaffen werden. Geldschöpfung der Geschäftsbanken findet durch Kreditvergabe an die Kunden statt.
– Geldschöpfung: Vergrößerung der Geldmenge
– Geldvernichtung: Geld wird aus dem Umlauf genommen

Zwei-Säulen-Konzept
– 1. Wirtschaftliche Analyse
– 2. monetäre Analyse

Definition der Preisstabilität
Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro–Währungsgebiet von unter,aber nahe 2% gegenüber dem Vorjahr.
Die Preisstabilität muss mittelfristig gewährleistet werden.

Geldpolitische Instrumente der Europäischen Zentralbank
– Refinanzierungssatz
– Offenmarktgeschäfte
– ständige Fazilitäten
– Kreditfazilität
– Einlagefazilität
– Mindestreserve

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 7 – Das Steuersystem in Deutschland

Wofür ein Steuersystem?
Als Grundlage für die Finanzierung zentraler staatlicher Aufgaben. Steuern sind Geldleistungen ohne Anspruch auf individuelle Gegenleistung.

Einkommensteuer
– Seit 1811
– Bemessungsgrundlage ist die Höhe des Einkommens. Je mehr man verdient, desto höher ist der Steueranteil
– Steuersätze liegen zwischen 14% und 42%
– Die Einkommensteuer ist eine Quellensteuer
– Abfuhr direkt vom Arbeitgeber an Finanzamt
– Wird verteilt auf Bund, Länder und Gemeinden

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)
– Zahlung an Unternehmer durch Kauf
– Zurzeit 19%
– Ermäßigter Steuersatz von 7% (z.B. Lebensmittel, Presse, Tiernahrung, …)

Weitere Steuern
– Grunderwerbssteuer (3,5% – 6,5%)
– Versicherungssteuer (3,8% – 19%)
– KFZ-Steuer (Berechnungsgrundlage Hubraum und Emissionen)
– Mineralöl- / Energiesteuer (Benzin ca. 65 Eurocent je Liter, Diesel ca. 47 Eurocent je Liter)
– Stromsteuer (1. April 1999)
– Tabaksteuer (ca. 5% je Zigarette + ca. 24% je Schachtel)
– Körperschaftsteuer (Einkommensteuer der Unternehmen – 15%)
– Gewerbesteuer (Von Stadt zu Stadt unterschiedliche Steuersätze)
– Grundsteuer (wird individuell berechnet)
– Erbschaftsteuer
– …

Einteilung der Steuern durch Ertragshoheit (Verwaltungshoheit):
– Bundessteuern (Bund)
– Landessteuern (Lande)
– Gemeindesteuern (Gemeinde)
– Gemeinschaftssteuern (Allgemeinheit)

Einteilung der Steuern nach Gesetzgebungshoheit (Bund):
– Hundesteuer
– Vergnügungssteuer

Einteilung der Steuern nach Gegenstand:
– Besitzsteuern
– Verkehrssteuern
– Verbrauchssteuern

Einteilung der Steuern nach Überwälzbarkeit:
– direkte Steuern
– indirekte Steuern

Außerdem noch die Einteilung in Personen- und Sachsteuern.

Steuern dürfen nur erhoben werden, wenn der entsprechende steuerliche Tatbestand erfüllt ist! Ist der entsprechende Tatbestand erfüllt, muss die entsprechende Steuer erhoben werden!

Rechtsgrundlagen der Steuern
– allgemeine Steuergesetze
– Einzelsteuergesetze
– Rechtsverordnungen

Zusätzliche Definition:
– Gebühren sind Geldleistungen für tatsächlich in Anspruch genommene Leistungen der Verwaltung.
– Beiträge sind Geldleistungen für angebotene hoheitliche Leistungen unabhängig von Inanspruchnahme.
– Zölle sind Geldleistungen für die Ein- und Ausfuhr von Gütern und für die Güterdurchfuhr.

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 6 -Konjunktur und Beschäftigung

Was ist Konjunktur?
Eine Bezeichnung für die gesamtwirtschaftliche Lage – die zyklischen mittelfristigen Schwankungen um den langfristigen Trend der wirtschaftlichen Entwicklung. Mittelfristige Schwankungen bezeichnen einen Zeitraum von 4 – 6 Jahren.

Wirtschaftsschwankungen
saisonale Schwankungen
konjunkturelle Schwankungen
Nachfragerückgang
Wachstumstrend
– …

Konjunkturindikatoren
Präsensindikator
Spätindikator
Frühindikator
Geschäftsklima (Geschäftsklimaindex)

Konjunkturphasen – Konjunkturzyklus
Krise (Depression)
Aufschwung (Expansion)
Hochkonjunktur (Boom)
Abschwung (Rezession)

(Aufsteigende und abfallende Kurve)

Die Schwerpunkte der Konjunkturpolitik
– Fiskalpolitik
– Geldpolitische Maßnahmen der Zentralbank
– Beschäftigungspolitik
– prozyklische und antizyklische Konjunkturpolitik

Definition der Beschäftigung
Beschäftigung ist die Auslastung der Volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren (80/20-Regel – Paretoprinzip).
Zur Beschreibung der Beschäftigungslage dienen die Personengruppen, die für den Arbeitsmarkt bedeutsam sind (Wohnbevölkerung, Erwerbsbevölkerung, Erwerbspersonen, Erwerbstätige Inländer, Erwerbstätige im Inland, Arbeitslose, Erwerbslose). Außerdem Kennziffern, die den Umfang der Beschäftigung ausdrücken (Erwerbsquote, Erwerbsintensität, Beschäftigungsniveau, Arbeitslosenquote, Erwerbslosenquote).

Formen der Arbeitslosigkeit:
– konjunkturelle Arbeitslosigkeit
– strukturelle Arbeitslosigkeit
– saisonale Arbeitslosigkeit
– friktionelle Arbeitslosigkeit

Multiplikatoreffekt
Eine Erhöhung der Nachfrage führt zu einer Erhöhung des Volkseinkommens um ein Mehrfaches (hohe Nachfrage – höhere Produktion – höhere Beschäftigung – höheres Volkseinkommen).

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 5 – Wirtschaftsordnung in Deutschland

Ein paar Informationen zu Deutschland und dessen Wirtschaftsordnung:

  • Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat mit 16 Bundesländern
  • Es gibt ein Verhältniswahlsystem
  • Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie
  • Das Volk wählt alle 4 Jahre das Parlament
  • Das Parlament wählt den Bundeskanzler
  • Die Regierungsparteien stellen die einzelnen Minister
  • Der Bundespräsident ernennt den Bundeskanzler und die Minister
  • Der Bundeskanzler und die Minister bilden das Bundeskabinett – die Regierung
  • Die Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten
  • Die Bundesversammlung besteht aus den Bundestagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten
  • Der Bundespräsident ist 5 Jahre im Amt (max. 10 Jahre nach Wiederwahl)
  • In Deutschland herscht Gewaltenteilung
  • Die Staatliche Gewalt wird verteilt auf Legislative (gesetzgebene Gewalt), Exekutive (ausführende Gewalt) und Judikative (kontrollierende Gewalt)
  • Durch die föderale Struktur befinden sich Polizei und Bildung in Länderhoheit
  • Deutschland hat eine soziale Marktwirtschaft

Was ist eine soziale Marktwirtschaft?
Das ist eine Wirtschaftsordnung, die auf Basis kapitalistischen Wettbewerbs dem Staat die Aufgabe zuweist, sozialpolitische Korrekturen vorzunehmen und auf sozialen Ausgleich hinzuwirken.

Die soziale Marktwirtschaft hat 4 Grundprinzipien:
Wettbewerbsfreiheit
Sozialprinzip
Konjunkturpolitisches Prinzip
Marktkonformitätsprinzip

Die Wettbewerbsfreiheit:
Jeder hat das Recht auf Teilnahme an der Wirtschaft. Jeder kann und darf Waren und Dienstleistungen vermarkten. Jeder darf anderen Unternehmen Konkurenz machen. Jeder darf so viel anbieten wie er will und wann er will. Der Markt bildet sich durch Angebot und Nachfrage.

** Das Sozialprinzip:**
Der Staat gestaltet durch seine Sozialpolitik die Marktwirtschaft so, das die Bürger eine soziale Grundsicherung haben (Rentenversicherung, Sozialversicherung, Krankenversicherung). An Bedürftige wird Sozialhilfe geleistet. Freie Arbeitswahl, Bildungsfreiheit und Berufsfreiheit bieten jedem Bürger die Chance das zu tun, was er möchte (arbeitstechnisch und bildungstechnich).

Das Konjunkturpolitische Prinzip:
Der Staat gewährleistet ein ausreichendes Wachstum der Wirtschaft zur Aufrechterhaltung des Wohlstands. Import- und Exportverträge mit anderen Ländern müssen von staatlicher Seite geschlossen werden. Auch Wirtschaftskrisen sollen durch Eingriffe des Staats (neue Gesetze und Vorschriften können erlassen werden – regulatorisch) verhindert werden.

Das Marktkonformitätsprinzip:
Der Staat stellt die Wirtschaftsregeln auf, darf diese kontrollieren, aber nicht eingreifen und dadurch in das Marktgeschehen eingreifen.

Was ist eine Wirtschaftsordnung?
Regeln für die Gesellschaft, denen sich einzelne Mitglieder einer Gemeinschaft verpflichtet fühlen.

Was sind gesellschaftspolitische Grundeinstellungen?
– philosophische
– religöse
– politische
– ideologische
– …

_**Von grundlegender Bedeutung ist die gesellschaftspolitische Grundentscheidung den Mensch als Individuum (Individualismus) zu begreifen, aber auch als soziales Wesen (Kollektivismus). **_

Individualismus als Grundlage der freien Marktwirtschaft:
Die Grundidee ist der Liberalismus. Im Mittelpunkt steht der einzelne Mensch – die Freiheit des Einzelnen ist der oberste Grundsatz.

Kollektivismus als Grundlage der Zentralverwaltungswirtschaft:
Der Mensch ist ein soziales Wesen, ein Gemeinschaftswesen. Im Mittelpunkt steht nicht der Einzelne, sondern die Gemeinschaft. Gemeinnutz geht vor Eigennutz als Grundsatz aller wirtschaftspolitischer Entscheidungen.

Ziele und Träger der Wirtschaftspolitik
Ordnungspolitik
Strukturpolitik
Stabilitätspolitik (Prozesspolitik)

Träger der Wirtschaftspolitik
– Parlament und Regierung (Gesetze und Verordnungen)
– Zentralbank (EZB und BuBa – geldpolitische Instrumente)
– Sozialpartner (Arbeitgeber-Verbände und Gewerkschaften – Tarifpolitik, Streik, Tarifverträge)
– Selbstverwaltungseinrichtungen der Wirtschaft (Ausbildungswesen, Prüfungswesen, Handwerkskammer, IHK)
– Verbände (Arbeitgeberverbände – Lobby-Arbeit)

Die Ziele der Wirtschaftspolitik
Bestmögliche Förderung des Wohls der Menschen durch ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage.

Das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (1967) – das „Magische Viereck“
Vier Einzelziele werden angestrebt:
Stabilität des Preisniveaus
hoher Beschäftigungsgrad
außenwirtschaftliches Gleichgewicht
stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 4 – Geldtheorie und Geldpolitik

Woher stammt der Begriff Geld?
Aus dem althochdeutschen „gelten“ – etwas ausgleichen, VergeltungAusgleich – Gleiches mit Gleichem vergelten. Geld ist alles, was Geldfunktionen ausübt. Geld ist an keine bestimmte Erscheinungsfunktion gebunden.

Was ist ein gesetzliches Zahlungsmittel?
Gesetzliche Zahlungsmittel werden vom Staat bestimmt. Gesetzliche Zahlungsmittel dienen der rechtsgültigen Erfüllung von Verbindlichkeiten – es besteht eine Annahmepflicht für den Gläubiger.

Welche Funktionen hat Geld?
Tauschmittel
Zahlungsmittel
Wertübertragungsmittel
Wertmesser/-maßstab/Rechenmittel
Wertaufbewahrungsmittel

Was sind die verschiedenen Wirtschaftsstufen?
1. Wirtschaftsstufe: Geschlossene Hauswirtschaft – Kein Geld wird benötigt.
2. Wirtschaftsstufe: Naturaltauschwirtschaft – Warengeld wird benötigt (Perlen, Muscheln, Salz, Getreide, …).
3. Wirtschaftsstufe: Geldwirtschaft – Geld wird benötigt (Wäge-/Gewichtsgeld, Prägegeld, Papiergeld).
4. Wirtschaftsstufe: Kreditwirtschaft – Buchgeld/Kreditgeld wird benötigt – physisch nicht vorhandenes Geld.

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 3 – Markt und Preis

Was ist ein Markt?
Ein Markt ist grundsätzlich das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Märkte werden unterschieden nach Marktarten, -typen und -formen.

Marktarten:
Faktorenmärkte (Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt, Immobilienmarkt, …)
Gütermärkte (Konsumgüter, Investitionsgüter, …)

Markttypen:
Vollkommener Markt (als Modell: Homogenität der Güter, keine Präferenzen, Markttransparenz, keine Zeitverzögerungen bei Angebot und Nachfrage bei Marktveränderungen)
Unvollkommener Markt: die Realität :-)

Marktformen:
Monopol: Ein Anbieter und viele Nachfrager
Oligopol: Wenige Anbieter und viele Nachfrager
Polypol (Vollständige Konkurenz): Viele Anbieter und viele Nachfrager

Wer ist das bestimmende Element am Markt?
Verkäufermarkt: Das Angebot ist kleiner als die Nachfrage
Käufermarkt: Das Angebot ist gleich der Nachfrage
Gesättigter Käufermarkt: Das Angebot ist größer als die Nachfrage

Was ist eine Preisbildung?
Eine Preisbildung findet auf jedem Markt statt – Eine Preisbildung definiert sich immer durch die angebotene Menge und die nachgefragte Menge.

Was ist ein Marktpreis?
Am Markt sind ständige Angebots- und Nachfrage-Änderungen vorhanden. Nach und nach bildet sich der durchschnittliche Preis – der Marktpreis, bestimmt durch Angebot und Nachfrage heraus.

Was sind Marktpreisfunktionen?
Ausgleichsfunktion: Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage.
Lenkungsfunktion: Lenkung in die Wirtschaftsbereiche mit der größten Nachfrage.
Signalfunktion: Eine signalisierte Knappheit.
Ausschaltungsfunktion: Preisentwicklung fehlerhaft – Verdrängung vom Markt.
Spekulationsfunktion: z.B. Börsen

Was sind die Ansätze der staatlichen Preisbildung?
– Höchstpreispolitik: Zum Schutz des Verbrauchers (Mietpreisbindung bei Sozialwohnungen)
– Mindestpreispolitik: z.B. Landwirtschaft – Einkauf zum Mindespreis von Summe X
– Festpreispolitik: z.B. Landwirtschaft – Einkauf zum festen Preis von Summe X

Archivo Explosivo: VWL

FIAE – VWL – VWL-Grundwissen Teil 2 – Wirtschaftsinstrumente und Wirtschaftsleistungen

Was ist eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung?
Die Abbildung des gesamten wirtschaftlichen Geschehens aller Wirtschaftsleistungen einer Nation nach den Prinzipien der doppelten Buchführung mit:
– der Ermittlung des Entstehens des Bruttoinlandsprodukts
– der Verwendung des Bruttoinlandsprodukts
– und der Verteilung des Volkseinkommens

Was ist das Bruttoinlandsprodukt?
Eine Messgröße die alle in einer Volkswirtschaft (in den Landesgrenzen) in einem Jahr produzierten Güter und Dienstleistungen erfasst. Um das Bruttoinlandsprodukt zu errechnen gibt es verschiedene Modelle:
– Entstehungsrechnung
– Verwendungsrechnung
– Verteilungsrechnung

Das Bruttoinlandsprodukt wird – in Relation gesetzt – auch bezeichnet als:
– Nominales Bruttoinlandsprodukt – Zu Marktpreisen des Berichtsjahres
– Reales Bruttoinlandsprodukt – Zu Marktpreisen eines gewählten Basisjahres

Was ist das Bruttonationaleinkommen?
Die Summe aller Inländer (im Inland und Ausland) erwirtschafteter Einkommen.

Was ist ein Volkseinkommen?
Summe der Primäreinkommen (Erwerbseinkommen und Vermögenseinkommen) die allen Inländern zugeflossen sind.

Was ist eine Zahlungsbilanz?
Eine Zahlungsbilanz besteht aus verschiedenen Teilbilanzen. Teilbilanzen sind zum Beispiel: Leistungsbilanz, Handelsbilanz, Dienstleistungsbilanz, Erwerbsbilanz, Vermögensbilanz, Übertragungsbilanz, Vermögensübertragungsbilanz, Kapitalbilanz, Devisenbilanz, … . Eine Zahlungsbilanz ist eine nach den Grundsätzen der doppelten Buchführung erfolgende Darstellung sämtlicher das Ausland berührender Wirtschaftsaktivitäten eines Landes. Zahlungseingänge im Inland, werden auf der Habenseite, Transaktionen und/oder Leistungen, die zu Zahlungsausgängen führen, werden auf der Sollseite gebucht. Eine Zahlungsbilanz dient als Konjunkturindikator.

Was ist ein ökonomisches Prinzip?
Die Prinzipien wirtschaftlicher Aktivitäten eines Unternehmens – zum Beispiel:
Erwerbswirtschaftliches Prinzip: Unternehmen arbeiten gewinnorientiert.
Gemeinwirtschaftsliches Prinzip: Unternehmen arbeiten kostendeckend und kostensenkend.
Maximalprinzip: Aus einem gegebenen Ausgangswert den maximalen Ertrag erwirtschaften.
Minimalprinzip: Einen gegebenen Ertrag mit minimalstem Aufwand erwirtschaften.

1 2